Tag 13: 31.03.2005: der Traum - Archipel

Vor dem Etappenstart Sonnencreme

In dieser Nacht hatte es leicht geregnet. Es war erst der zweite Niederschlag auf dieser Tour. Der erste war damals in der Nacht zum Ostersonntag gefallen, und es sollte erfreulicherweise kein weiterer Regen dazukommen. 7:30 Uhr bin ich aufgestanden und ging meiner neuen Morgenbeschäftigung nach: Postkarten schreiben. Diesmal hatten wir erst recht spät vernünftige Motive gefunden, sodass es ich mir jetzt pro Tag mehr als 10 kreative Texte ausdenken musste. Nach einer Stunde kam Mäfju aus dem Zelt, und wir konnten frühstücken. Die Bucht lag nun voll in der Sonne, und wir chillten noch etwas an unserer Privatbucht, ehe wir dann 11 Uhr starteten. Ziel war Palau. Von hier wollten wir dann mit der Fähre zum Maddalena – Archipel übersetzen. Die ersten acht Kilometer fuhren wir auf einer „weißen Straße“ und hatten demzufolge so gut wie keinen Verkehr. Der Blick in den Golfo die Saline, zu unserer Rechten war fantastisch. Kleine Boote lagen in der Bucht und der Himmel und das Wasser waren tiefblau. Kurz vor dem ersten Anstieg verwandelte sich die bis dato asphaltierte Straße in eine fest gefahrene Sandpiste. So kam richtiges Südsee – Feeling auf. Dementsprechend spielerisch nahmen wir dann auch den ersten Hügel dieser Etappe. Er war immerhin 75 Meter hoch, wobei wir von seinem höchsten Punkt einen tollen Blick auf Palau und den Archipel hatten. Wir rollten nach Palau hinein und entschieden uns gleich nach Maddalena überzusetzen.

der Turm bei Thàrros
Sandpiste statt Asphalt
Blick auf Palau

Am Fährhafen angekommen fuhren wir auf unsere Fähre. Statt uns jedoch abzukassieren, musste Mäfju seine Perso abgeben. Englisch konnten die Seemänner auch nicht und so blieb uns nichts anderes als abzuwarten. Die Überfahrt dauerte lediglich 15 Minuten, und auf der anderen Seite bekam Mäfju seinen Ausweis am Ticketladen wieder. Die Überfahrt hatte 3,90 Euro gekostet. Man hatte uns auch gleich einen festen Rückfahrtermin angegeben (und zwar noch heute 14:15 Uhr). Hatte es mit den Sicherheitsbedingungen auf dem Archipel zu tun ? Immerhin befindet sich hier ein NATO-Stützpunkt mit einer Handvoll Schlachtschiffen und einem Atom – U – Boot. Zudem gab es noch eine größere Marine – Einheit auf der Insel. Zudem patrolierte das Militär in regelmäßigen Abständen um die Insel. Der Archipel besteht aus drei Inseln. Die Isola Maddalena und Caprera sind dabei fast gleich groß. Im Süden liegt nach Santo Stefano, wo auch das Militär seinen Stützpunkt hat. Maddalena besaß zwei größere Straßen. Eine war als Panoramastraße ausgezeichnet und wir folgten ihr, um die Insel zu erkunden. Die höchste Erhebung führte uns auf stattliche 107 Höhenmeter.

Conrad aud La Maddalena

Heute war Mäfju nicht motiviert, denn er hatte sich wahrscheinlich mehr von den Inseln versprochen. Auch nach den ersten Kilometern kam nichts Besonderes. Erst als wir den Porto Massimo sahen, änderte sich unsere Meinung schlagartig. Vor uns lag eine grandiose Bucht mit solch türkisfarbenen Wasser, wie wir es noch nie zuvor gesehen hatten. „Wollen wir gleich hier bleiben ?“, fragte mich Mäfju. Es war 12:15 Uhr und wir hatten immerhin schon 14 Kilometer geschafft. Zum Flughafen Alghero waren es noch 140 Kilometer für die wir zwei Tage Zeit hatten. Es war also kein Problem heute den Tag am Strand zu verbringen, denn wann werden wir wohl das nächste mal in Deutschland am Strand liegen können (zu diesem Zeitpunkt waren 16°C in Jena) ? Ich stimmte Mäfju also zu, und wir radelten noch die Panorama – Straße ab.


Blick auf den Stagno Torto (La Maddalena)

der Porto Massimo auf La Maddalena

der Porto Massimo auf La Maddalena
der Turm bei Thàrros
der Turm bei Thàrros
ein kleiner Hafen im Norden des Archipels
Mäfju mit unseren Postkarten
der Turm bei Thàrros der Turm bei Thàrros
der Pizzabäcker beier Arbeit
Mäfjus riesige Wagenradpizza

Die Insel war schon eine Klasse für sich. Im Süden war die Hauptstadt mit dem relxaten Inselleben, und auf dem Rest der Insel waren Villen, teure Ferienapartments und kleine Jachthäfen. Man hatte den Eindruck, in der Südsee zu sein. Wieder zurück in der Hauptstadt kaufte ich mir noch 18 Postkarten und hatte damit endlich alle zusammen (nur beschreiben musste ich sie nun noch). Und wir erlebten das unmöglich Geglaubte: wir fanden ein geöffnete Pizzeria. Mäfju hatte riesigen Hunger und bestellte sich gleich eine Wagenrad-Pizza. Der Pizzabäcker war sehr nett und empfahl uns, auch die Nachbarinsel Caprera zu erkunden. Ob man dort wild zelten darf, wusste er auch nicht, aber notfalls blieb uns ja noch der Zeltplatz der Insel.

Conrad an unserem Privat strand (La Maddalena)

Nach der Stärkung wollten wir einkaufen, aber der Supermarkt hatte über den Mittag geschlossen. So radelten wir über einen Damm nach Caprera. Die Insel war steiler und deutlich grüner. Wir waren gleich von vielen Buchten und Alleen begeistert. Auch der Blick rüber nach Sardinien war *deluxe. Die komplette Insel war als Nationalpark ausgewiesen, und so waren auch die Kontrollen der Behörden spürbar intensiver. Auf Maddalena hatten wir ja bereits unseren Traumstrand gefunden und gingen somit nicht das Risiko ein, gleich wieder vertrieben zu werden. So radelten wir nach einer Stunde Inselerkundung wieder zurück nach Maddalena. In diesen Minuten waren auch die 1000 Tourkilometer und 10.000 Höhenmeter gefallen. Der Seewind nervte etwas, aber Mäfju war, vorne liegend, kaum zu bremsen, sodass wir trotzdem zügig vorankamen. Wir suchten uns nun im Nordteil von Maddalena eine abgeschiedene Bucht. Vorbei an einer handvoll Häuser rollten wir zum Meer und errichteten unser Zelt bereits 16 Uhr. Wir machten dann nicht mehr viel, als uns zu sonnen und zu chillen. Am Abend ist Mäfju dann noch mal zum Supermarkt gezogen. Ich schrieb weitere Postkarten und sah mir einen fantastischen Sonnenuntergang an (das vergrößerte Bild hängt nun in meinem Zimmer). Der Archipel lohnt sich auf jeden Fall. Man sollte sich Zeit lassen und mindestens einen Tag hier verweilen. In den nächsten zweit Tagen müssen wir dann aber mehr arbeiten, denn noch liegt die Nordküste und 140 Kilometer vor uns.

hier chillt es sich gut ...



noch zu kalt zum baden - dafür gab es Wellen
einer der schönsten Sonnenuntergänge dieser Tour

Statistik zum 13ten Tag

leicht bewölkt war es
Vormittag
leicht bewölkt war es
Nachmittag

Tageskilometer
51,78 km
Gesamtkilometer
1018,79 km
Höhenmeter (gesamt)
524 (10288 !)
Durchschnittsgeschwindigkeit
16,90 km/h
reine Fahrzeit
3:03:50 h
Start
11:00 Uhr
Ziel
16:15 Uhr
TopSpeed
47,4 km/h
Temperatur
12 - 24 °C
Übernachtung
La Maddalena
- Stagno Torto
Übernachtungshöhe
2 m über NN
Stärkungen (Conrad)
1 Tüte Haribo
Trinken (Conrad)

1,0 Liter Wasser
0,5 Liter Saft
Ausgaben

5,5 Euro für Pizza
16,90 Euro für Postkarten


Tag 12 / Tag 14


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