Heute morgen hatten weder Mäfju noch ich Lust aufzustehen, und so blieben wir bis fast 8 Uhr im Zelt. Dann aber wurde es laut draußen. Ich schaute vorsichtig aus dem Zelt und sah einen Bauern, der unweit unserer Zeltstelle seinen Traktor in Gang brachte. Er begann nun den Olivenhain umzugraben. Ich bin rüber zu ihm gegangen und zeigte auf unser Zelt und seine Traktor. Er meinte nur „no problemo!“ und fuhr dann mit seiner Maschine weiter im Hain herum. Er achtete aber darauf, nicht zu nahe an unser Zelt zu fahren. Am Ende seiner halbstündigen Umgrabeaktion stand nur noch unser Zelt auf der glatten Wiese. Der Rest war durchfurcht. Wir waren schon über die Freundlichkeit mehr als überrascht und bauten trotzdem das Zelt gegen 9:30 Uhr ab, damit der Bauer dann auch das letzte Stück umgraben konnte. Wenig später gab es Frühstück. Wie jeden Morgen machten wir auch heute das Radio an. Die Musik war sehr entspannend. Zudem zeigte sich nun auch endlich die Sonne und wir machten bis 11 Uhr keine Anstalten loszufahren.
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der freundliche Bauer '
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Frühstück unter dem Olivenhain
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Erst langsam kamen wir in die Gänge und rollten über Serdiana nach Dolianova, wo Mäfju einkaufen ging. Ich hatte Zeit, mir das italienische Straßenleben an diesen Samstag Vormittag genauer anzuschauen. Auf einen Punkt gebracht: jeder scheint draußen zu sein und sich mit seinen Gleichgesinnten zu treffen. So sah ich viele ältere Herren, kleine Motorradgangs und flanierende Frauen. Viele riskierten auch einen kurzen Blick auf unsere Räder. Als Mäfju dann nach seinem 20 minütigen Einkauf wiederkam, brachte er zwei große Tüten mit. Sie waren mit 20 Brötchen und 8 Liter gefüllt (2 Liter Cola und 6 Liter Wasser). Ich holte meine zweiten (und bisher noch leeren) Seesack und füllte ihn mit den Waren des Einkaufs. Die Flaschen verstaute ich in meinen Fahrradseitentaschen. Währendessen holte Mäfju noch Orangen (2,3 kg) und Äpfel (1,3 kg). Kurz bevor wir losfahren wollten, sprach uns noch eine echte Sardin an. Sie war Ende 20, führte eine Bar in der Nachbarschaft und fuhr auch manchmal Touren auf Sardinien. „Nicht jedoch mit so viel Gepäck“, wie sie in gutem English berichtete. Ich ließ mir noch ihre Handynummer geben, denn morgen (Ostersonntag) wollte sie ein großes Picknick machen und zwar in der Nähe unseres weiteren Tourverlaufs. Wir waren sehr erfreut über das Intermezzo mit Paoloa, denn es bewies, dass wir noch nicht so verstunken waren, dass man nichts mit uns zu tun haben wollte ...
Nachschub aus dem Supermarkt |
Hinter Dolianova stieg dann die Straße an. Wir machten noch ein paar Bilder, obwohl alles in den Wolken lag - aber so konnten wir wenigstens den Anstieg etwas hinauszögern. Mäfju begann, zur Ablenkung zu erzählen. Nach wenigen Minuten des Anstiegs schmerzte mein Knie wieder, so dass ich Mühe hatte, ihm zu folgen, und nur unter Schmerzen das Tempo mitgehen konnte. Wir arbeiteten uns in Serpentinen immer höher nach San Giorgio, einem Gehöft und einer Kirche auf 500 Meter über NN. Hier oben trafen wir noch eine Gruppe Rennradler, die „sogar Frauen mit dabei hatte“, wie Mäfju respektvoll bemerkte. Uns wurde es nun etwas frisch, und so zogen wir uns unsere Windstopper-Sachen über. Wir rollten etwas hinunter, um dann erneut 100 Höhenmeter auf 400 Höhenmeter anzusteigen. Der Himmel klarte nur langsam auf, was den Vorteil hatte, dass es nicht so heiß wurde (~ 20°C). Kurz vor dem Eintritt zum „Parco Geominerario storico de ambientale della Sardegna“ (was nicht mehr als eine Linie auf der Karte war) entschieden wir uns Mittag zu machen. Immerhin war es 14 Uhr, und wir hatten beide nicht mehr allzu viel Motivation, weiter zu fahren. Es gab Brötchen mit Sardinen im Wasser, wovon Mäfju noch später Bauchschmerzen bekommen sollte. Nun führte die Straße sieben Kilometer talwärts bis nach San Nicolò Gerrei, was auf 150 Meter Höhe lag, das heisst tiefer als unser Startpunkt zu dieser Etappe. Zahlreiche tolle Aussichtspunkte hätten fotografisch festgehalten werden können, wenn das Wetter nicht so einen milchigen Himmel produziert hätte. Wir erreichten recht zügig Ballao. Erwähnenswert waren die Männer beim Marktplatz an der Kirche, die uns und den Rädern wortlos hinterherschauten.

Hinter Ballao war die schöne Abfahrt auch schon zu Ende, und wir mussten uns erneut nach oben arbeiten. Mich nervte der ständige Wechsel von Abfahrten und Anstiegen, denn infolgedessen begann ich abwechselnd zu schwitzen und zu frieren. So zog ich mir lediglich ein T-Shirt drüber, was ich ganz schnell wechseln konnte, ohne meine kostbaren Radtrikots zu verschwitzen (die ich in den folgenden Bergetappen nötiger gebrauchen konnte). Mäfju zog sich abwechselnd seine Windjacke an und aus. Bei der Auffahrt zum 364 Meter hohen Monte Maracònis hatte er sich abgesetzt und fuhr mit zwei Serpentinen Vorsprung bis nach Escalaplano. Vor dem Ort ging es noch einmal ordentlich nach oben, was uns erneut heftig ins Schwitzen brachte. Im Ort selbst musste ich mich erneut umziehen. Mäfju wartete bei einer Parkbank auf mich, und ich setzte mich zu ihm. Zusammen ruhten wir uns nun ein paar Minuten aus. Mittlerweile war es warm, und wir hatten überdurchschnittlich viel getrunken. Wir ließen den Ort hinter uns. Einmal mehr war es witzig, an den vielen Männern am Wegesrand vorbei zu fahren, die uns vereint in großen Gruppen, nachschauten.

Wir nahmen nun den Abzweig nach Esterzili. Auf den folgenden 21 Kilometern kamenwir weder an eine Siedlung noch an einer anderen zivilisatorischen Einrichtung vorbei, denn die Straße führte direkt durch die Berge. Einmal mehr stieg die Straße an, und wir befanden uns nun auf 600 Meter Höhe. Irgendwie war heute die Luft raus: Zwar hatten wir erst 65 Kilometern geschafft, aber waren 1300 Höhenmeter gefahren. Da half selbst ein Mars mit Cola nichts mehr. Der Gegenwind gab uns den Rest, und so suchten wir links von der Straße eine Möglichkeit zu campen. Ein knorriger Baum lud gerade dazu ein, das Zelt zu seine Füßen zu errichten. Er war auf weite Sicht der einzige Baum in einer ansonsten sehr dünn bewachsenen Hochebene, die mich irgendwie an das australische Outback erinnerte. In einiger Entfernung sahen wir schon die Berge die uns dann morgen mittag beschäftigen würden. Bei blauen Himmel und Sonnenschein wären mir hier bestimmt viele gute Bilde gelungen. So aber musste ich mich mit einem bedeckt grauen Himmel abfinden. Mäfju ist dann noch auf den Baum geklettert und begann zu singen. Es gibt wohl nicht Schöneres ... zum Glück trieb ihn die Kälte (18:30 14°C) wieder runter, und er half mir das Zelt aufzubauen. Wir aßen dann im Vorzelt Abendbrot. Es gab Wurst, Fisch, Brötchen, Orangen und Äpfel. Bis 21 Uhr unterhielten wir uns noch, ehe wir auch die Räder reinholten (sie waren bereits durch den Tau feucht geworden). Draußen hörten wir vereinzelt Schafe blöcken, was mir deutlich lieber war als die vielen streuenden Hunde, die uns heute ausnahmsweise einmal nicht verfolgt hatten.

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Statistik zum 08ten Tag
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Vormittag
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Nachmittag
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Tageskilometer
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69,95 km
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Gesamtkilometer
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604,91 km
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Höhenmeter (gesamt)
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1290 (5723) |
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Durchschnittsgeschwindigkeit
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17,35 km/h |
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reine Fahrzeit
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4:01:53 h
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Start
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11:00 Uhr
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Ziel
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17:30 Uhr |
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TopSpeed
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50,5 km/h
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Temperatur
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13 - 26 °C |
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Übernachtung
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zwischen Esterzili und Escalaplano auf einer Hochebene
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Übernachtungshöhe
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643 m über NN |
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Stärkungen (Conrad)
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1,5x Mars
1/2 Stange Dextro |
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Trinken (Conrad)
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2,0 Liter Wasser
0,8 Liter Cola
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Ausgaben
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10 Euro für Essen + Trinken |
Tag 7 / Tag 9
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