Die Nacht war sehr kalt gewesen. Mein Fahrradcomputer zeigte 1°C. Ich hatte besonders an den Füßen gefroren, obwohl ich Socken angehabt hatte. Zudem hatte ich mein Flies, Regenjacke, Flieshose und Regenhose an. 6:15 Uhr bin ich dann aufgestanden, um mir die Füße zu vertreten und einige Bilder zu machen. Gegen 7 Uhr kam die Sonne über den Kamm und erwärmte langsam unsere Düne. Mäfju lag zu diesem Zeitpunkt noch im Zelt. Er kam dann 9 Uhr aus dem Zelt und wir aßen gleich auf der Düne mit Blick auf das Meer Frühstück.
Unser Weltempfänger spielte Musik aus Nordafrika. Die Sonne brannte nun immer intensiver auf unserer Haut. Wir hatten gestern bereits einen ordentlichen Sonnenbrand bekommen, obwohl wir uns eingecremt hatten. Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir dann 10:55 Uhr zuerst vorbei am Campingplatz und dann wieder hoch zur „292“. Den ersten Berg zog Mäfju an. Ich folgte ihm dann und auf der Geraden rollten wir mit ordentlichen Tempo Richtung Süden. Neben der Straße gab es viele Wiesen und einige Sträucher. Auch heute sind wir mit Sandalen gefahren. Ich war es von meinen 1000 Kilometern in Schweden gewohnt. Für Mäfju und seinen Klickpedalen war es dagegen erst einmal etwas ungewohnt, aber was tut man nicht alles für braun gebrannte Füße. Wir fuhren dann mit hoher Geschwindigkeit nach Rioala und kauften dort etwas Wasser, Cola, Saft, Brötchen, Äpfel und Orangen.

die Häuser sind nur wenige Tage im Jahr bewohnt
|
Nun hatten wir erst einmal genügend, um Mittag zu machen. Wir hatten uns dafür die Ausgrabungsstätte Torres ausgemacht. Sie lag auf einer Halbinsel und es waren lediglich elf Kilometer Umweg. Sie wurde zudem mit zwei Sternen als sehr Sehenswert eingestuft. Auf dem Weg zu unserem ersten kulturellen Highlight lag die kleine Kirche San Salvatore, die uns in Erinnerung blieb. Um die Kirch war ein Dorfplatz mit vielen eingeschossigen Häusern angelegt. Die Häuser waren unbewohnt. Alles erinnerte an eine Geisterstadt. Die Kirche war klein, bot aber die Möglichkeit in den Keller zu gehen. Der Angestellte schloss aber ab, bevor wir die Kirche betraten. Es war Mittagszeit. Wie wir später nachlasen, finden nur an einigen Tagen im Jahr Feierlichkeiten statt, an denen sich das Areal mit Gläubigen füllt. Für uns ging es dann weiter nach Thàrros. Noch immer war die Strecke Topfeben.
Die Ausgrabungsstätte lag auf einer Halbinsel. Von einem Turm hatte man einen schönen Blick auf die Umgebung. So fiel die Entscheidung, hier Mittag zu essen nicht schwer. Schnell war das Essen abgepackt und wir saßen (nachdem wir eine Runde im Uhrzeigersinn um den Turm gelaufen waren) zu Fuße des Turms mit einem Brötchen in der Hand. Erst als wir fertig waren und noch ins Gespräch mit einem Paar aus der Schweiz kamen (sie lebten von der Führung von Radreisen), verzogen sich die Wolken und gaben den Blick auf das ganze Areal frei. Ich machte noch ein paar Bilder bis wir uns dann 15 Uhr auf den Weg machten. Das Tempo wurde forciert und so erreichten wir relativ zügig die Provinzhauptstadt Oristano. Hier war der Verkehr dick und wir kauften nur schnell Brötchen, Wasser und Orangensaft, um dann (nach einmal nachfragen) südlich aus der Stadt raus zu rollen.
|
|
 |
|
die Ausgrabungsstätte Thàrros
|
Traumbucht beim Wachtturm
|
 |

für Glück und Erfolg:
Mäfju umrundet den Turm rechts herum
|
|
|
Der Hafen von Stragno die Santa Givsta war von einem Industriegebiet umgeben. Der Verkehr war zum Glück nur mäßig und es gab keine nennenswerten Steigungen. Ich zog das Tempo an, denn in zwei Stunden sollte die Sonne unter gehen und im Industriegebiet wollten wir auf keinen Fall schlafen. Mäfju klagte schon über Sitzprobleme, biss sich dann aber durch. Es war bereits 17 Uhr und noch immer zeiget das Thermometer 21°C und der Himmel war absolut blau. 17:10 Uhr erreichten wir Arborea. Der Ort war größer als erwartet, sodass wir auch hier hätten einkaufen gehen können ... Drei Kilometer hinter Arbora verließen wir die „126“ (auf der wir seit Oristano gefahren waren). Als Ziel setzten wir uns, bis an die ersten Ausläufer der Berge bei Merceddi zu fahren. Am Stagno di San Giovanni sahen wir sogar noch echte Pelikane. Für uns bot sich die perfekte Foto-Kulisse mit den Bergen und dem See.


Nach dem tollen Erlebnis mussten wir noch einige Kilometer gegen den Wind fahren und kamen mit nicht mehr als 21 km/h auf der Geraden voran. In einer Stunde sollte die Sonne unter gehen. An einem kleinen Wäldchen fuhren wir dann über eine fast zwei Kilometer langen Staudamm, der dazu diente, den Stagno di San Giovanni Süßwasser-See zu erhalten. Auf der anderen Seite angekommen, hatte sich die Sonne bereits deutlich gesenkt. In der Ortschaft Sant`Antonio di Santadi hatte Mäfju einen Abzweig zum Playa gesehen. Bei mir auf der Karte war der Ort Pistis am Ende der Straße verzeichnet. Wir rollten auf dem fest gefahrenen Schotterweg und wurden an seinem Ende mit einem tollen Blick auf das Meer belohnt. Außerdem gab es eine Wiese, auf der wir problemlos zelten konnten.
|
|
 |
|
wer sein Rad liebt ...
|
Nachtlager auf der Wiese neben der Steilbucht
|
 |
 |
|
Mäfju genießt die letzten Sonnenstrahlen des Tages
|
andere Perspektive auf unsere Zeltstelle
|
 |
 |
Bei einem fantastischen Sonnenuntergang bauten wir das Zelt auf. Abendbrot aßen wir bereits im Dunkeln vor dem Zelt. In Sichtweite lagen noch zwei Häuser am Strand, von denen nachts noch etliche Autos weg fuhren. Ansonsten war es hier menschenleer. Wir wuschen uns mit einer 1,2 Liter Mineralwasserflasche (für 25 cent). Die kleine Erfrischung lohnte sich auf jeden Fall, denn wir fühlten uns gleich erfrischt. Mäfju ist dann gegen 20 Uhr ins Zelt und las in seinem Buch. Ich folgte ihm 20:45 Uhr. Diesmal hatte ich aus dem Fehler des Vortags gelernt und so zog ich eine Flieshose, Regenhose, 2 Flies, T-Shirt, Regenjacke und Wollsocken an. Mäfju fühlte sich dagegen in seinem 4 Jahres-Schlafsack (lediglich mit T-Shirt) sehr wohl. 21 Uhr machten wir das Licht aus.
|
Statistik zum 03ten Tag
|
|

Vormittag
|

Nachmittag
|
|
Tageskilometer
|
92,91 km
|
|
Gesamtkilometer
|
199,57 km
|
|
Höhenmeter (gesamt)
|
184 (1313) |
|
Durchschnittsgeschwindigkeit
|
22,61 km/h |
|
reine Fahrzeit
|
4:06:34 h
|
|
Start
|
10:55Uhr
|
|
Ziel
|
17:50 Uhr |
|
TopSpeed
|
47,6 km/h
|
|
Temperatur
|
0 - 22 °C |
|
Übernachtung
|
an der kleinen Steilküste bei Pistis
|
|
Übernachtungshöhe
|
11 m über NN |
|
Stärkungen (Conrad)
|
2x Snickers
1/2 Stange Dextro |
|
Trinken (Conrad)
|
2,0 Liter Wasser
0,7 Liter Cola
|
|
Ausgaben
|
3,5 Euro für Essen + Trinken |
Tag 2 / Tag 4
|
|
|
|